DJV lehnt Minusgeschäft ab

Berlin. (26.03.2014) – Ohne Ergebnis endete am Abend des heutigen
Mittwoch in Berlin die neunte Runde der Tarifverhandlungen für die rund
14.000 Journalistinnen und Journalisten an Tageszeitungen. Die
Zeitungsverleger forderten schrittweise Absenkungen der Jahreseinkommen
der Redakteure von derzeit 13,75 auf nur noch 13,5 Gehälter in einem
Zeitraum von fünf Jahren, in Norddeutschland und für alle Neueinsteiger
jedoch schon in diesem Jahr. Die Reduzierungen sollten nach den BDZV-
Vorstellungen durch Kürzungen beim Urlaubs- und Weihnachtsgeld erreicht
werden. Als Gehaltssteigerungen boten die Verleger zwei Prozent zum 1. April 2014 und weitere zwei Prozent zum 1. Mai 2015 an. Die Laufzeit
des Gehaltstarifvertrags sollte bis 31. Januar 2016 dauern.

„Wir haben in den zwölfstündigen Verhandlungen mit den Verlegern
intensiv über akzeptable Varianten verhandelt, die den Weg zu einem
Tarifabschluss geebnet hätten“, sagte DJV-Verhandlungsführer Kajo
Döhring. „Selbst bei niedriger Teuerungsrate bedeutet das unterbreitete Angebot jedoch ein Minus im Jahreseinkommen.“ Er bedauerte, dass es selbst bei Zugeständnissen der Gewerkschaften nicht möglich gewesen
sei, zu einem gangbaren Lösungsansatz zu kommen. „In dieser Situation machte es keinen Sinn, weiter zu verhandeln.“

Mit der Unterbrechung der Tarifverhandlungen und möglichen weiteren Streikmaßnahmen wird sich der DJV-Gesamtvorstand als Große
Tarifkommission auf seiner Sitzung am 7. April in Würzburg befassen.
Döhring: „Die Tarifverhandlungen sind noch nicht gescheitert, aber
weitere Verhandlungen machen erst dann wieder Sinn, wenn die Verleger
begreifen, dass wir über bessere und nicht schlechtere Tarifverträge
verhandeln wollen.“ Darin sei der DJV in den letzten Tagen von rund
1.500 streikenden Kolleginnen und Kollegen bestärkt worden.

Pressemitteilung des DJV

Referat Presse- und Öffentlichkeitsarbeit:
Hendrik Zörner

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FAZ: „Verarmungskonzept“ der Verleger

Unter der Überschrift „Keine Abwertung“ schreibt die Frankfurter Allgemeine Zeitung (FAZ):

Wissen die Verleger nicht, was Journalisten wert sind? Viel Geld haben die Gewerkschaften bei den Tarifverhandlungen für Zeitungsredakteure wahrlich nicht herausgeschlagen – 1,5 Prozent mehr pro Monat vom 1. Mai 2012 an und Einmalzahlungen 2011 und 2013 von zweihundert Euro. Aber sie haben etwas ganz Entscheidendes erreicht: Die Leistungen für Berufsanfänger werden nicht, wie es die Verleger vorhatten, massiv auf ein Niveau gedrückt, das den Beruf des Journalisten in die Billiglohnkategorie befördert hätte. Statt knapp zweitausend Euro sollten Volontäre nach dem Willen der Verleger nur noch, wie die Gewerkschaften sagen, 1550 Euro beziehungsweise 1700 Euro brutto (nach Angaben der Verleger) pro Monat erhalten. Sie sollten in der Altersversorgung deutlich schlechter gestellt und ihr Berufsleben lang um eine Kategorie magerer bezahlt werden als die älteren Kollegen – ein Zweiklassensystem, das zur vollständigen Deklassierung des Berufsstandes führen würde, für junge Akademiker wäre die Profession des Journalisten vollständig unattraktiv geworden, der Manteltarif wäre Makulatur.

Daher verbirgt sich hinter dem scheinbar mageren Ergebnis – 1,5 Prozent mehr brutto sind nicht einmal der Inflationsausgleich ein großer Erfolg. Der stellvertretende Verdi-Vorsitzende Frank Werneke liegt ganz richtig, wenn er feststellt, die „von den Verlegern beabsichtigte Abwertung des Journalistenberufs“ sei verhindert worden. Nur haben die Verleger, die erst nach wochenlangen Streiks und in der zehnten Verhandlungsrunde einlenkten und deren Zeitungen ohne qualifizierte Journalisten im Wettbewerb nicht bestehen, die Lektion nicht verstanden. Man habe eine „ergänzende Plattform für Berufseinsteiger mit maßvoll abgesenkten Tarifen“ abschließen wollen, sagte der Verhandlungsführer des Zeitungsverlegerverbands BDZV, Werner Hundhausen, schönfärberisch. Ergänzende Plattform? Auf eine solche Nebelkerzenformulierung muss man erst einmal kommen. Die Notwendigkeit, ein solches Tarifwerk zu schaffen, bleibe für die Zukunft bestehen, sagte Hundhausen noch. Der Gehaltstarif gilt bis zum 31. Juli 2013. Spätestens dann werden die Verleger mit ihrem Verarmungskonzept wieder um die Ecke biegen. miha.

FAZ 19.08.2011

www.faz.de

Verdi: Erhöhung unbefriedigend, Abwehr der Kürzungen ein Erfolg

„Dieser Tarifabschluss ist trotz der unbefriedigenden Tariferhöhung insgesamt ein Erfolg, denn die von den Verlegern geplanten massiven Eingriffe in den Manteltarif konnten abgewehrt werden. Das ist der breiten Streikbewegung tausender Redakteurinnen und Redakteure, Volontären sowie freien Journalistinnen und Journalisten zu verdanken – unterstützt durch Streiks von Verlagsangestellten und Kolleginnen und Kollegen aus der Technik“, sagte der stellvertretende Ver.di-Vorsitzende Werneke zum Ergebnis der Verhandlungen.

Verhandlungen laufen zäh

Die Verhandlungen der Journalistengewerkschaften DJV und dju in Verdi mit dem Bund deutscher Zeitungsverleger (BDZV) verlaufen offenbar schwieriger als erhofft. Wie aus Verhandlungskreisen verlautet, rücken die Verleger von bereits festgezurrten Eckpunkten wieder ab. Derzeit wird in kleiner Runde weiterverhandelt. Unterdessen wächst bundesweit die Streikbereitschaft weiter. Zahlreiche Redakteure in Bayern, Baden-Württemberg, Hessen, Nordrhein-Westfalen, Thüringen und Schleswig-Holstein befinden sich im Ausstand. Die Gewerkschaften treten für faire und angemessene Tarifverträge für die rund 14.000 Journalisten an Tageszeitungen ein, die Verleger wollen massive Einschnitte, vor allem für künftige Berufsanfänger, durchsetzen.

DJV: In Hamburg geht’s zur Sache

Hamburg. 17. Aug. 2011 – Nach zwei Wochen Pause sind am Mittag in Hamburg wieder die Verhandlungskommissionen von DJV, ver.di und BDZV aufeinandergetroffen. In der zehnten Verhandlungsrunde wird es nach Angaben des DJV erneut um faire und angemessene Tarifverträge für die rund 14.000 Journalisten an Tageszeitungen gehen. In der letzten Verhandlungsrunde am 2. August waren die Verleger erstmals von ihren Forderungen nach drastischen Tarifeinschnitten abgerückt und hatten so den Weg für konstruktive Verhandlungen frei gemacht. „Die heutigen Gespräche in Hamburg werden zeigen, ob Fortschritte auf diesem Weg möglich sind“, schreibt der DJV auf seiner Homepage. Die Verhandlungen werden begleitet von Streiks und Protestaktionen in mehreren Bundesländern.

Verdi: BDZV muss von Einschnitten absehen

Die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di) fordert vor Beginn der 10. Verhandlungsrunde mit dem Bundesverband Deutscher Zeitungsverleger (BDZV), dass sich die Verleger von ihren Forderungen nach einschneidenden Tarifkürzungen verabschieden. Zudem erwartet ver.di Tarifangebote, die zu angemessenen Gehalts- und Honorarsteigerungen führen. Die Verhandlungen für die rund 14.000 Redakteurinnen und Redakteure sowie freien Journalistinnen und Journalisten an Tageszeitungen werden morgen (17. August 2011) in Hamburg fortgesetzt.

DJV: Wichtige Verhandlungsrunde für Zeitungstarife am 17. August

Berlin, 16.08.2011 – Die Tarifverhandlungen für die rund 14.000 Redakteurinnen und Redakteure an Tageszeitungen gehen am morgigen Mittwoch, 17. August 2011, in Hamburg in die zehnte Runde. Der Deutsche Journalisten-Verband (DJV) erwartet vom Bundesverband Deutscher Zeitungsverleger (BDZV), dass sich die Verleger auf dem Weg zu fairen und angemessenen Tarifverträgen weiter nach vorn bewegen. DJV-Verhandlungsführer Kajo Döhring: „Wir sind noch nicht am Ziel. Vor einem möglichen Tarifabschluss liegen noch einige Stolpersteine, die aus dem Weg zu räumen sind.“ Dazu zählten etwa die Zuwächse von Gehältern und Honoraren oder die Struktur des Gehaltstarifvertrags für Berufseinsteiger. Der DJV fordert eine Erhöhung der Gehälter um vier Prozent rückwirkend zum 1. August 2010. Die aktuellen Streiks, etwa in Süddeutschland und Nordrhein-Westfalen, zeigten, dass den Redakteuren viel an den Arbeitsbedingungen liege, um den Lesern hohe Qualität liefern zu können. „Auch der ideelle Wert des Journalismus liegt unseren Mitgliedern am Herzen“, so Döhring: „Es geht um nichts weniger als die Zukunft des Journalistenberufs.“

Die zehnte Tarifrunde Tageszeitungen findet statt am

Mittwoch, 17. August 2011, 12.30 Uhr
Radisson Blu Hotel, Marseiller Str. 2 20355 Hamburg
Tel.: (040) 350 20, Fax: (040) 35 02 35 30

Im Vorfeld der Tarifrunde finden wieder in zahlreichen Zeitungsredaktionen Streiks statt. Neben dem Mannheimer Morgen sind davon mehrere Zeitungstitel in Bayern, Baden-Württemberg, Nordrhein-Westfalen, Niedersachsen und Schleswig-Holstein betroffen. In Hessen läuft am Dienstag, 16. August 2011, eine Urabstimmung.

Der DJV wird über die laufende Verhandlungsrunde am 17. August zeitnah auf seiner Homepage www.djv.de informieren.