Flyer für mehr Transparenz

IMG_0669Als in Berlin noch verhandelt wurde, haben die Redakteure des Mannheimer Morgen Flagge gezeigt.

Nach einem Streiktag und einer Kundgebung in Ulm mit mehr als 500 Teilnehmern aus Hessen, Bayern und Baden-Württemberg, sind wir am zweiten Warnstreikstag auf Mannheims Straßen gegangen – und haben Leser, Abonnenten und Interessierte informiert, warum wir streiken.

Im Gepäck hatten wir etwa 500 kleine Flyer. Mit diesen sind wir ausgeschwärmt. Die einen mehr in Richtung Paradeplatz, die anderen in Richtung Wasserturm, manche haben auch die Briefkästen von Abonennten bestückt. Auf unsere Erklärungen reagierten die meisten freundlich. „Das ist richtig, dass die Redakteure streiken“, sagte ein Abonnent. „Es darf nicht immer mehr Arbeit auf immer weniger Leute kommen.“ Eine Leserin sagte: „Danke, dass ihr streikt. Es geht auch um die Qualität der Zeitung.“ Sie lese den Mannheimer Morgen seit über 30 Jahren. „Ohne Zeitung kann ich nicht leben.“ Ein Rentner erzählte von seinen eigenen Streikerfahrungen bei ABB und Alstom, eine ehemalige Mitarbeiterin des Klinikums nimmt sogar immer noch bei Demonstrationen ihrer Kollegen teil: „Nur mit Solidarität bewegen wir etwas“, erklärte sie, bevor sie wieder auf ihr Fahrrad stieg. Wir würden alle lieber arbeiten, als zu streiken. (Text: bur/Bild:ls)

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3,1 Prozent für 24 Monate

Mit einem Abschluss für die rund 13 000 Redakteurinnen und Redakteure an Tageszeitungen endeten am heutigenMittwoch die Tarifverhandlungen in Berlin.

Die Tarifpartner Deutscher Journalisten-Verband, dju in ver.di und Bundesverband Deutscher Zeitungsverleger einigten sich in der fünften Verhandlungsrunde auf einen neuen Tarifvertrag mit einer Laufzeit von 24 Monaten bis Ende Dezember 2017. Die Erhöhung beträgt rückwirkend zum 1. Juni 2016 1,5 Prozent. Eine weitere Gehaltssteigerung in Höhe von 1,6 Prozent wird im August 2017 fällig.

„Ein in unseren Augen gerade noch akzeptables Angebot der Verleger empfiehlt die Mehrheit der Verhandlungskommission anzunehmen. Mit diesem Ergebnis liegen wir auf Höhe des Abschlusses, der in der Druckindustrie vereinbart wurde“, erläutert Verhandlungsführer Kajo Döhring. „Die kürzere Laufzeit von 24 Monaten bringt uns fünf Monate eher an die nächste Gehaltsanhebung“. „Für uns war wichtig, dass die arbeitnehmerähnlichen Freien und insbesondere die Pauschalisten ohne Abstriche im gleichen Umfange profitieren wie die Redakteure. Wir konnten zudem nicht nur verhindern, dass der Norden schlechter gestellt wird – der Verband der Zeitungsverleger Norddeutschland trägt diesen Abschluss auch mit und damit hat der Flächentarif wieder mehr Gewicht“, so Döhring.
Das Tarifergebnis steht noch unter dem Vorbehalt der Zustimmung der Gremien von DJV, ver.di und BDZV. Als Erklärungsfrist wurde der 29. Juli 2016 vereinbart.

 

Referat Presse- und Öffentlichkeitsarbeit: Ella Wassink, Tel. 030/72 62 79 20, Fax 030/726 27 92 13, www.djv.de

Zentrale Streikaktion in Ulm

Ulm, 28. Juni 2016. In Ulm hat heute die Streikkundgebung Bayern / Baden-Württemberg mit über 500 Streikenden stattgefunden. Redner waren Kajo Döhring, DJV, und Uli Janßen von der dju in Ver.di. „Wir fordern den BDZV auf, die Anhebung der Gehälter und Honorare konkret zu beziffern und im Wert über dem Abschluss, der in der Druckindustrie erzielt worden ist, zu plat- zieren. Die vom BDZV vorgeschlagene lange Laufzeit wollen wir nicht, weil wir die Bereitschaft seitens der Verleger nicht sehen, das Risiko aus- zugleichen“, sagte Verhandlungsführer Kajo Döhring.

Impressionen vom Warnstreik am 14. Juni 2016

Liebe Kollegen, liebe Sympathisanten,

wir wollen euch die Eindrücke von unserem eintägigen Warnstreik am 14. Juni nicht vorenthalten. Wir sind mit dem Bus nach Stuttgart zur Kundgebung von DJV und DJU gefahren – haben uns mit anderen Kollegen ausgetauscht und natürlich für gerechte Löhne als Einheit demonstriert.

Viel Spaß beim Klicken!

 

Morgens, 10 Uhr: Treffen vor dem MM-Eingang, auf nach Stuttgart!

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Gespräche im Bus:

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In Stuttgart gab es erst mal eine traditionelle Stärkung – Linsensuppe:

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Nach dem Essen ging es wieder ums Wesentliche: den Forderungen der Streikenden. Denn: Unsere Arbeit ist mehr wert!

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Die Demonstration in Stuttgarts Innenstadt:

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Solidarisch mit den tollen Kollegen der Heilbronner Stimme:

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Dann kam der Regen und die Demo ging etwas nass zu Ende, was den tapferen Redakteuren aber die Stimmung nicht vermieste.

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Bilder: ena/ls/tan

 

Trippelschritte bringen kein Ergebnis

Statusmeldung zu dem aktuellen Tarifverhandlungen am 15. Juni:
Mit Verärgerung reagierte der DJV auf das Angebot der Zeitungsverleger in der vierten Tarifrunde am heutigen 15. Juni in Düsseldorf.

Das Angebot der Verleger sieht bei einer Laufzeit von 36 Monaten in drei Schritten ein Volumen von insgesamt  vier Prozent vor. „Die Verleger haben sich leider nur in Trippelschritten vorwärts bewegt. Zwar ist das Angebot eine leichte Verbesserung, bleibt in dieser Form aber unannehmbar“, sagte DJV-Verhandlungsführer Kajo Döhring. Immerhin konnte mit dem 29. Juni ein rascher Anschlusstermin gefunden werden, der den Verlagsvertretern die Chance zur Nachbesserung bietet.

„Die Streiks der vergangenen Tage waren nicht umsonst: Wir haben erste Nadelstiche gesetzt. Die Kolleginnen und Kollegen werden nachlegen, da sie von diesem Verhandlungsstand zu recht enttäuscht sind“, erklärte Döhring im Anschluss.

Dem Aufruf der Großen Tarifkommission des DJV von Anfang Juni waren in den vergangenen Tagen hunderte Zeitungsjournalistinnen und -journalisten in mehreren Regionen Deutschlands gefolgt und zu Warnstreiks erschienen.

 

Referat Presse- und Öffentlichkeitsarbeit: Ella Wassink, Telefon 030/72 62 79 20, Fax 030/726 27 92 13

Keine Billig-Milch

Journalismus ist keine Billig-Milch

In diesen Tagen sieht man häufig eine Karikatur, auf der eine Kuh abgebildet ist, die an der Supermarktkasse steht um abgepackte Milch zu kaufen. „Das ist so billig“, sagt die Kuh: „Dafür kann ich es nicht selber machen.“

Die satirische Zeichnung soll auf die niedrigen Milchpreise aufmerksam machen, die nach glaubhaften Angaben von Bauern für sie als Erzeuger meist noch nicht mal Kosten deckend sind. Da sieht man, welche Folgen die gesellschaftliche Gier nach Geiz haben kann. Im Journalismus scheint das inzwischen ähnlich zu sein: Alle wollen möglichst alles gratis haben. Das kann nicht funktionieren.

Journalistinnen und Journalisten müssen für ihre Arbeit anständig bezahlt werden. Sie liefern schließlich keine verpackte Billig-Milch. Das müssen selbst die Zeitungsverleger einsehen, mit denen mal wieder Tarifverhandlungen anstehen (Mittwoch, 15. Juni 2016 in Düsseldorf). Was in anderen Branchen (öffentlicher Dienst, Metallindustrie) längst geklappt hat, wird beim BDZV (Bundesverband Deutscher Zeitungsverleger) immer noch verteufelt: Gehalts- und Honorarsteigerungen, die diesen Namen auch verdienen. Deshalb gehen wir in dieser Woche auf die Straße. Mit Warnstreiks zeigen wir, dass die Verleger doch bitte edle Texte und Bilder im Kopf haben sollen, wenn sie mit uns verhandeln – und nicht billige Milch!

Erste Eindrücke von unseren Streikaktionen gibt es hier.

 

Ein Kommentar von Frank Überall, DJV-Bundesvorstand


Warnstreiks beschlossen

DJV beschließt Warnstreiks

Berlin, 6. Juni 2016: Die Große Tarifkommission des Deutschen Journalisten-Verbands ruft die Zeitungsjournalistinnen und -journalisten in mehreren Regionen Deutschlands zu zeitlich befristeten Warnstreiks zur Durchsetzung der Tarifforderungen des DJV auf.

Regionale Schwerpunkte der Arbeitskämpfe, die für den Zeitkorridor vom 10. bis 15. Juni organisiert werden, sollen Baden-Württemberg, Bayern, Nordrhein-Westfalen und Niedersachsen sein. Einen entsprechenden Beschluss fasste die Große Tarifkommission des DJV am heutigen Montag in Kassel einstimmig.

„Wir haben in den drei Tarifrunden mit dem Bundesverband Deutscher Zeitungsverleger keine Einsicht der Verleger in die Notwendigkeit angemessener Gehalts- und Honorarerhöhungen für die 13.000 Zeitungsjournalisten feststellen können“, begründet DJV-Verhandlungsführer Kajo Döhring die Entscheidung für die Warnstreiks. Die Journalistinnen und Journalisten in den Redaktionen seien aufgerufen, durch ihre Beteiligung an den Streikaktionen den Verlegern die Ernsthaftigkeit der Forderung des DJV nach 4,5 Prozent mehr Gehalt bzw. Honorar zu verdeutlichen. Döhring: „Wir setzen uns nicht als Bittsteller mit den Verlegern an den Verhandlungstisch. Und wir haben keine Zeit für Tarifrunden, mit denen die Verleger nur Zeit schinden wollen.“

Der DJV-Verhandlungsführer erinnert daran, dass der alte Gehaltstarifvertrag bereits zum Jahresende ausgelaufen ist: „Jeder Monat ohne neuen Tarifvertrag kostet die Kollegen Geld.“ Offenbar seien die Warnstreiks das einzige Mittel, um die Verleger zu zielorientierten Verhandlungen zu bewegen. Zeitpunkt und Orte der Warnstreiks werden intern abgestimmt und festgelegt.

 

Referat Presse- und Öffentlichkeitsarbeit:

Hendrik Zörner

Bei Rückfragen: Tel. 030/72 62 79 20, Fax 030/726 27 92 13